„Was dem Herzen widerstrebt,
lässt der Kopf nicht ein.”
Arthur Schopenhauer


Adultismus

ist die erste Form der Diskriminierung und Unterdrückung, die wir erleben. Beispielsweise äußert sie sich in dem Satz: "Das verstehst du nicht, dafür bist du zu jung." Anmaßendes und bevormundendes Verhalten Erwachsener gegenüber Kindern, Älteren gegenüber Jüngeren, führt zum Abwerten des Selbstvertrauens in Kindheit und Jugend bis hin zu Schuldgefühlen und Hemmungen, die sich oftmals im Laufe des Lebens verstärken und sich später erneut im Ausleben von A. zeigen. Kinder sind gezwungen, sich an die Vorstellungen der Erwachsenen anzupassen oder zu rebellieren. In Deutschland ist A. weit verbreitet und gesellschaftlich legitimiert bzw. institutionell unterstützt, beispielsweise durch das Bildungssystem (speziell die Schulpflicht) und das Gesundheitssystem (z. B. Pharmakotherapie gegen Schulangst/-verweigerung).

Das Antonym zu Adultismus stellt die Gleichwürdigkeit zwischen Menschen unterschiedlichen Alters dar.

Demokratische Bildung

Demokratische Bildung verzichtet auf einen für alle Schüler verbindlichen Lehrplan. Die Fragen des Zusammenlernens regeln die Beteiligten demokratisch. Jeder Beteiligte hat dabei eine Stimme - uabhängig seines Alters, Geschlechts, Herkunft oder Funktion in der Gruppe. Die Basis des gemeinsamen Lernens ist die Akzeptanz und der Respekt vor der Freiheit des anderen. Niemand darf die Rechte und die Freiheit des anderen einschränken. Verstöße gegen gemeinsam festgelegte Regeln werden durch ein internes Rechtskomitee geahndet. Demokratische Bildung ermöglicht angstfreies selbstbestimmtes interessengesteuertes Lernen.

Gestaltpädagogik

Gefühle, Gedanken, Beziehungsprobleme, nicht abgeschlossene Handlungen, wiederkehrende Verletzungen, erworbene Reaktionsmuster wie Hemmungen, Schuldgefühle, unterdrückte Wut (häufig ausgelöst durch erlebten Adultismus) können die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und das Lernen behindern bzw. verhindern. Gestaltpädagogik nimmt Störungen und Kontaktunterbrechungen wahr und integriert sie durch dialogische Arbeit, bis die Kontaktfähigkeit zum ursprünglichen Thema wiederhergestellt werden kann.

Gestaltpädagogik unterscheidet sich von der bekannteren Gestalttherapie darin, dass der aktuelle Lernprozess durch anleitende, hinterfragende und Phänomene ins Bewusstsein holende Intervention so begleitet wird, dass erwünschte Veränderungen direkt in der Hier- und Jetzt-Situation am Original-Thema spürbar werden. Gestaltpädagogik bearbeitet nicht nach, sondern wirkt im realen Ablauf.

Lernende und Lehrende begegnen sich Wertschätzend und sind bereit, ihre Rollen im reflektierten Austausch auf der Basis von Gleichwürdigkeit und Bewusstheit zu wechseln. Wissen wird selbst - auf allen Ebenen -  erarbeitet. Gesundes selbstbestimmtes Lernen wird möglich. Alles, was der einzelne Lernende mitbringt, fließt in seinen persönlichen Wachstumprozess ein und unterstützt seine individuelle Entwicklung und Lebensart.

Gleichwürdigkeit

Gleichwürdigkeit ist bewertungsfreie Achtung der Persönlichkeit unabhängig des Alters, des Geschlechts, der Herkunft, geschlechtlicher und weltanschaulicher Orientierung etc. und die Akzeptanz der individuellen Freiheit, sich selbstbestimmt (im eigenen Tempo, nach den eigenen Bedürfnissen und Interessen) zu entwickeln.

Grundeinkommen

Ein Grundeinkommen ist ein Einkommen, das bedingungslos jedem Mitglied einer politischen Gemeinschaft gewährt wird. Es soll
  • die Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,
  • einen individuellen Rechtsanspruch darstellen,
  • ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden,
  • keinen Zwang zur Arbeit bedeuten.
Das Grundeinkommen stellt somit eine Form von Mindesteinkommenssicherung dar, die sich von den zur Zeit in fast allen Industrienationen existierenden Systemen der Grundsicherung wesentlich unterscheidet. Das Grundeinkommen wird erstens an Individuen anstelle von Haushalten gezahlt, zweitens steht es jedem Individuum unabhängig von sonstigen Einkommen zu, und drittens wird es gezahlt, ohne dass Arbeitsleistung oder Arbeitsbereitschaft verlangt wird.
Für ein Grundeinkommen werden viele Argumente angeführt: Die Autonomie der Bürgerinnen und Bürger (mehr Autonomie für Unternehmerinnen und Unternehmer durch deren Befreiung von der Verantwortung als „Arbeitgeber“, mehr Autonomie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die grundsätzliche Verfügbarkeit der Möglichkeit der Nicht-Erwerbstätigkeit bzw. einer sinnvollen Tätigkeit außerhalb der Erwerbsarbeit, mehr Autonomie für Eltern durch die größere Einkommensunabhängigkeit usw.), die Verteilungsgerechtigkeit, der Anreiz zu größerer Wertschöpfung und Rationalisierung, die Flexibilität des Arbeitsmarktes, die Effizienz des Sozialstaates, die Wahrung der Würde aller Menschen und die Beseitigung von Stigmatisierungen vor allem bei den gegenwärtig Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, die Humanisierung der Arbeit, die Förderung der Bildung, die Stärkung der Familien und die Steigerung der Geburtenrate, die Förderung von Existenzgründungen wie auch von ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Förderung von Kreativitätspotenzialen durch die Möglichkeit der Muße und vieles anderes mehr.

Individuation
Individuation ist ein lebenslanger persönlicher Differenzierungsprozess. Der Erfolg besteht darin, sich selbst annehmen zu können mit allem, was von Natur aus zu einem gehört. Dabei ist unwichtig, ob diese Besonderheiten scheinbar vorteilhaft sind oder nicht. Individuation meint die Ganz-Werdung des Menschen, der alle Eigenschaften und Eigenarten zu integrieren bereit ist. Der Mensch akzeptiert sich selbst. Er will nicht werden. Er ist.

Kinderrechte

Als Kinderrechte werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet. Weltweit festgeschrieben sind sie in der UN-Kinderrechtskonvention, die die Vollversammlung der Vereinten Nationen im November 1989 verabschiedet hat:

  • Recht auf eine gewaltfreie Erziehung
  • Schutz vor Ausbeutung
  • Recht auf Bildung
  • Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit
  • Rechte der Familie auf Schutz
  • Recht auf staatliche Unterstützung bei Erziehungsproblemen
  • Recht auf Beteiligung bei Entscheidungen, die sie betreffen
  • Recht auf Fürsorge
  • Recht auf Ernährung
  • Recht auf Partizipation
  • Recht auf Meinungsäußerung
  • Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt
  • Recht auf Gesellschaft und Freunde jeder Art
  • Recht auf Schule, Ausbildung und Selbstständigkeit
  • Recht auf Eigentum
  • Recht auf Freiheit
(Quelle: Wikipedia)

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